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Kompost für den Alltag

Happy Feminist

Berlinale 2015, 3sat-Mediathek, Eröffnungsgala. Ich bin ein Fan von Anke Engelke. Bei ihrer Moderation nannte sie Dieter Kosslick letzten Donnerstag einen Feministen. Wahrscheinlich, weil endlich, im 65. Jahr, dieses großartige internationale Filmfestival zum sage und schreibe zweiten Mal durch den Film einer Regisseur*in* eröffnet wurde.

Am Freitagabend habe ich in der Akademie der Künste den Dokumentarfilm The Days Run Away Like Wild Horses Over the Hills gesehen. Der Regisseur Marcin Malaszczak beobachtet in diesem verstörenden wie berührenden Film junge und ältere Frauen, die wichtig sind in seinem Leben. Die einzigen männlichen Akteure tauchen nur im Fernseher auf. Im anschließenden Gespräch sagte er (unter anderem): „Ich bin kein Feminist“.

Das neide ich der englischen Sprache: Keine Not mit Studierenden-Werken, mit Kandidierenden, Mitbürgerinnen und Mitbürgern. „I’m a feminist“ kommt mir irgendwie leichter von den Lippen. „Ich bin eine Feministin“ – klingen da nicht alle männlichen Vorurteile mit oder was höre ich da raus?

„We should all be feminists“, sagt die nigerianische Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie bei einem TEDx-Talk. Und: „I’m a happy African feminist.“ Die Interviews mit ihr (u. a. auf youtube) sind absolut sehenswert. Ich bin schon jetzt ein Fan von Mrs. Adichie und freue mich darauf, bald ihren Roman Americanah zu lesen.

Die Beete sind noch im Winterschlaf.

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