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Kompost für den Alltag

Kassandras

Angeregt durch ein wunderbares Wien-Wochenende im April, lese ich grad Stefan Zweigs „Die Welt von gestern“ und staune immer wieder über die Aktualität dieser Erinnerungen. Um die Jahrhundertwende waren die Menschen im großen Österreich euphorisch, was den technischen Fortschritt betraf, sie wiegten sich in grenzenloser Sicherheit, es war ein Tanz auf dem Vulkan.

Stefan Zweig nennt in seinen Erinnerungen Bertha von Suttner (Die Waffen nieder) eine Kassandra. Von Suttner erhielt 1907 den Friedensnobelpreis und starb wenige Wochen vor Beginn des 1. Weltkriegs, vor dem sie immer wieder gewarnt hatte.

Wie Kassandra kommt mir auch Karen Duve vor. Ihr Buch Warum die Sache schiefgeht, als Hörbuch von der Autorin gelesen, ist wirklich gruselig, aber durchaus schlüssig. Ich fürchte, dass sie Recht hat.

Cover_Duve_Warum

Empfehlen möchte ich nicht zuletzt den Klassiker „Kassandra“ von Christa Wolf, immer noch sehr beeindruckend, auch als Hörbuch, gelesen von Corinna Harfouch, leider nur noch antiquarisch zu bekommen.

Was nun? Was tun?
Vielleicht erst mal zur Entspannung und Besserung der Laune Chilly Gonzales hören, „the musical genius“?

Und dann entscheiden, was ich ändern kann, wofür meine Energie reicht, sehen, wo ich mich einmischen kann, gemeinsam mit anderen. Hingucken. Und vielleicht am 10. Oktober in Berlin bei der großen Demonstration gegen die geplanten Freihandelsabkommen TTIP & Co mitmachen?

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