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Kompost für den Alltag


… und Tee trinken

Im Netz finden sich diverse Erklärungen, woher die Empfehlung „Abwarten und Tee trinken“ stammen könnte. Die charmanteste ist, finde ich, dass es im 19. Jahrhundert in der so genannten besseren Gesellschaft Mode war, zu Literarischen Teeabenden einzuladen. Man diskutierte teetrinkenderweise mit den Gästen über vorgelesene Texte. Was genau man abwartete, bleibt unklar.
teegesellschaft
In diesen Tagen wünschte ich mir, von der Politik und von den Medien etwas mehr besonnenes Abwarten. Auch, dass „Nachrichten“ noch besser geprüft würden, bevor sie sich postfaktisch gerüchtehalber und uneinholbar verbreiten.
Doch das Zögern hat einen schlechten Ruf, zu Unrecht, wie in dem Feature Über das Zaudern vom 8.4.2016 auf SWR 2 nachzuhören ist.

Und welchen Tee sollte man trinken beim Sich-Zeit-Lassen? Am liebsten sollte er natürlich schadstoffarm sein, günstig und fair gehandelt. Zum Beispiel der von der Teekampagne vertriebene Darjeeling, angeblich der „Champagner“ unter den Tees. Angeboten in 500g- und 1kg-Packungen und ausgesprochen lecker.

Zum Tee passt Gebäck, zum Beispiel die Schoko-Mandel-Cranberrie-Kugeln, die ich grad besonders gern backe.
Und dazu passt außerdem doch noch:
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Obwohl dieser Spruch wohl schon seit Jahrzehnten an der Berliner Yorckbrücke prangt, habe ich erst neulich davon gehört – Dota Kehr zitiert ihn in ihrem Lied Utopie. Die Welt ist was Gemachtes [auf 3sat bei youtube].

Und immer wieder zum Tee nur zu empfehlen: ein gutes Buch. Seit ich vor einigen Jahren Mit Blick aufs Meer (im Original Olive Kitteridge, 2009 ausgezeichnet mit dem Pulitzer Prize for Fiction) von Elizabeth Strout gelesen habe, lese ich die neuen Bücher der US-amerikanischen Autorin, zuletzt My Name is Lucy Barton, shortlistet für den Man Booker Prize, auf Deutsch Die Unvollkommenheit der Liebe.

In den USA erscheinen Elizabeth Strouts Romane bei Penguin Random House, dem derzeit größten Publikumsverlag der Welt, in der Übersetzung von Sabine Roth im Luchterhand Verlag bzw. als Taschenbuch bei btb, ebenfalls Random House, also Bertelsmann.
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Elizabeth Strout, Olive Kitteridge (2009)
Mit Blick aufs Meer
Olive Kitteridge ist die ehemalige Mathelehrerin von Crosby und zentrale Figur im Universum der kleinen Stadt in Maine.

Elizabeth Strout, The Burgess Boys (2013)
Das Leben, natürlich
Jim und Bob Burgess sollen sich um ihren 19-jährigen Neffen Zachary kümmern, der einen Schweinekopf vor die Moschee ihres kleinen Heimatortes gelegt hat.

Elizabeth Strout, My Name is Lucy Barton (2016)
Die Unvollkommenheit der Liebe
erzählt uns auf anrührende und schlichte Weise, wie aus Lucy Barton, nach einer harten Kindheit auf dem Land, eine New Yorker Schriftstellerin wird.

BTW: Herzlichen Glückwunsch an Graham Nash, der am 2. Februar 75 Jahre alt geworden ist. 1969 hat er meinen aktuellen Lieblingssong „Our House“ für seine Freundin Joni Mitchell geschrieben. 1970 ist „Our House“ auf dem Album Déjà Vu erschienen, und in dieser, wie ich finde, schönsten Live-Version bei youtube zu sehen.

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Joni Mitchell und Graham Nash

I’ll light the fire, while you place the flowers
In the vase that you bought today.

Life used to be so hard,
Now everything is easy ‚cause of you.

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