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Kompost für den Alltag


Leuchten

Jedes Jahr versuche ich, den Advent zu entschleunigen. Gar nicht so leicht, wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt und die Zeit gefühlt knapper wird.

Backen zum Beispiel kann kreativ entschleunigen. Auch Weihnachtslieder-Singen erfüllt die Stunden. Videos-Gucken dagegen kommt mir weniger produktiv vor. Kann trotzdem lustig sein.

Kroymann im Himmel. Quelle: ARD.de

Zum Beispiel, wenn man sich die erste Viertelstunde KROYMANN von und mit der Kabarettistin Maren Kroymann gönnt, die am 6.12. in der ARD lief, und hier [Link zur ARD-Mediathek] nachzusehen ist (jederzeit bis zum 6.12.2019).

Der Advent leuchtet. Inzwischen vorwiegend mit LEDs. Zum Beispiel beim „Weißen Zauber“ am Jungfernstieg.

Foto: hamburg-tourism.de

Über den Leitartikel »Ausgewachsen. Und nun?« in dem Rundbrief initiativ November 2018 der Ökumenischen Initiative Eine Welt bin ich auf die Begriffe Degrowth und Post-Wachstum [Begriffserklärung auf der Website des Zukunftsinstituts] gestoßen, unter Wirtschaftswissenschaftlern schon länger bekannt, nur ich hatte wieder keine Ahnung. Aufmerksam macht der Artikel ebenfalls auf diese faszinierende Glühbirne von Livermore, die seit sage und schreibe 117 Jahren leuchtet.

Quelle: centennialbulb.org

»Wir sind mehr« – ein so simpler wie wahrer Satz auf vielen Demonstrationen in diesem Jahr. Wenn ich mir was wünschen dürfte für 2019, dann zum Beispiel, dass 2019 noch mehr Menschen friedlich auf die Straße gehen. Bei Demonstrationen mitlaufen, um zu zeigen: Wir sind mehr, mehr als die Rassisten, die von der eben 70 gewordenen Erklärung der Menschenrechte nichts zu halten scheinen.

Eleanor Roosevelt. Quelle: wikipedia.org

Dabei bietet die international anerkannte Erklärung der Menschenrechte von 1948 die Grundlage eines friedlichen Miteinanders.

Doch auch die rechten Rassisten fühlen sich »im Recht«. Wir könnten versuchen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Eine Möglichkeit, sich darauf vorzubereiten, bietet das Seminar STAMMTISCHKÄMPFER*INNEN der Initiative Aufstehen gegen Rassismus. Ich kann mir vorstellen, im nächsten Jahr ein Stammtischkämpfer*innen-Seminar in Hamburg zu organisieren, mal sehen. Interessierte können sich gern vorab bei mir melden: mg(at)textbeet.de

Für den Kalender 2019 sei schon mal notiert: Samstag, 16. März 2019. Anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus werden weltweit Demonstrationen gegen Rassimus stattfinden.

Nun aber. Für alle, die ihre Zeit gern mit anspruchsvollerer Lektüre verbringen und über die Feiertage dazu mehr Muße haben als sonst, empfehle ich diese beiden Romane. Sie erzählen die Familiengeschichten über drei Generationen.

   

Ursula Krechel, Geisterbahn
650 Seiten, gebunden, Jung und Jung
»Wuchtig, grausam, soghaft erzählt Ursula Krechel … von einer Sinti-Familie, die unter dem Terror der Nazis zerbricht. Mit Achtung und Feingefühl fühlt sie sich in die chronischen Leiden ein, die der Terror in den Figuren zurücklässt.« Ingeborg Harms, DIE ZEIT

Inger-Maria Mahlke, Archipel
432 Seiten, gebunden, Rowohlt
»Mahlke will nicht allein von den Erlebnissen ihrer Protagonisten in Kriegen … und Familientragödien erzählen … Sie will mit der Verkehrung von Ursache und Wirkung vielmehr das Verhältnis von Zeit und Dasein an sich auf den Kopf stellen. Das ist radikal und manchmal unbequem zu lesen und hat doch größten Reiz.« Sandra Kegel, FAZ

 

Was für ein verheißungsvoller Name – Lebkuchen – besonders im Winter.

Rezept für sechs Bleche

• 250 g Butter oder Alsan Bio-Margarine
• abgeriebene Schale von 1 Orange und 1 Zitrone
• 200 g Rohrohrzucker
• 200 g dunkler Sirup
• 750 g Mehl (1/3 Vollkorn)
• 125 g gemahlene Mandeln
• 1 geh. TL Backpulver
• 1 Tütchen Lebkuchen-Gewürz
(und je nach Geschmack noch mehr Zimt, Kardamom, Nelken, Anis …)
• ggf. Sonnenblumenöl, falls der Teig zu bröckelig ist
• Mehl zum Ausrollen

Portionsweise ausrollen, Formen ausstechen, auf Backpapier im Ofen bei 200 Grad etwa 10 min. backen. Dünn mit Zitronenguss bestreichen und ggf. verzieren. Verschenken. Oder selbst genießen.

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