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Kompost für den Alltag

Aufbrüche

»Weitermachen ist sinnlos, aber aufhören ist noch sinnloser. Also machen wir weiter!«

Sr. Ruth Pfau (1929–2017)

Gemeinsam mit lokalen Initiativen wie Alle Dörfer Bleiben ruft Fridays For Future zu einer Demonstration am 31.10.2021 um 12 Uhr in Lützerath auf.

Quelle: openstreetmap

Die Demonstration richtet sich gegen die geplante Ausweitung des Braunkohle-Tagebaus Garzweiler, wodurch sechs Dörfer umgesiedelt werden müssten.
„Im Rheinland entscheidet sich gerade, ob Deutschland seine Versprechen zu 1,5-Grad einhalten kann … Wir fordern von der nächsten Bundesregierung den Erhalt von Lützerath und allen Dörfern am Tagebau sowie einen Kohleausstieg bis spätestens 2030“, sagt Christina Schliesky, Sprecherin von Fridays for Future.

Panorama-Aufnahme (Ausschnitt) des Tagebaus Garzweiler 2005
© Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0

Passend dazu aus der Reihe Für mich neue Wörter: Solastalgie
Solastalgie bezeichnet ein belastendes Gefühl des Verlustes, das entsteht, wenn jemand die Veränderung oder Zerstörung der eigenen Heimat bzw. des eigenen Lebensraums direkt miterlebt. Solastalgie ist eine Kombination aus dem lateinischen Begriff sōlācium (Trost) und der griechischen Wurzel -algia (Schmerz, Leiden, Krankheit). Quelle: Wikipedia

Tsitsi Dangarembga, Friedenspreisträgerin 2021

Am vergangenen Sonntag wurde der aus Simbabwe stammenden Schriftstellerin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga in der Frankfurter Paulskirche der Friedenpreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Auf der Friedenspreis-Website lassen sich alle Reden nachhören und -lesen. Besonders bewegend fand ich die Rede der Preisträgerin.

Die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Karin Schmidt-Friderichs hatte in ihrer Rede so begeistert von Tsitsi Dangarembgas Tambudzai-Trilogie, insbesondere den Romanen Aufbrechen und Überleben erzählt, dass ich dachte, vor allem Aufbrechen muss ich unbedingt lesen.

Aus dem Englischen von Ilija Trojanow
Orlanda Verlag, 280 Seiten, erschienen am 15.12.2019
Aus dem Englischen von Anette Grube
Orlanda Verlag, 376 Seiten, erschienen am 30.8.2021
Hanser Verlag, 128 Seiten, erschienen am 17.8.2020

Außerdem auf meiner Leseliste: Frausein von Mely Kiyak, die in diesem Jahr als erste Autorin mit dem BücherFrauen-Literaturpreis ausgezeichnet wird.

Mely Kiyak ©Jacqueline Illemann

Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung ist mit der Statuette Christine verbunden, benannt nach der Schriftstellerin und Philosophin Christine de Pizan (um 1365 bis um 1430).
Barbara Fischer stellt Christine de Pizan [Link zum BücherFrauen-Blog] in ihrem sehr lesenswerten Beitrag vor.

Von Torsten Körners Dokumentarfilm DIE UNBEUGSAMEN hatte ich ja schon im September geschwärmt. Ich habe ihn grad zum zweiten Mal gesehen, wiederum mit einer Mischung aus Entsetzen und Vergnügen, nachdem ich In der Männer-Republik. Wie Frauen die Politik eroberten gelesen habe – großartig wie der Film und mit noch mehr Einblicken in diese Welt der Bonner Republik, die immer weiter nachwirkt.

KiWi-Taschenbuch, 368 Seiten, erschienen am 19.8.2021


Wann Alina Bronsky wohl eine Fortsetzung von Barbara stirbt nicht schreibt? Denn das Einzige, was mir an ihrem jüngsten Roman nicht gefallen hat, ist das etwas abrupte Ende der tragikomischen Erzählung von Walter Schmidt und seinen Strategien für seine neue Lebensphase …

Kiepenheuer & Witsch, 256 Seiten, erschienen am 9.9.2021

Zum Abschluss ein Foto vom August 2021 aus einer neuen kleinen Serie, die in lockerer Folge Umgedeutete Verkehrsschilder vorstellt:

Foto: marengide, gesehen in Blankenese an Broers Treppe

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