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Kompost für den Alltag


Am Limit

Rio Reiser (1950–1996) hat sich vor 35 Jahren vorgestellt, wie’s wär, König von Deutschland zu sein. Inzwischen sind wir weiter und ich stelle mir vor, wie’s wär, Kaiserin von Europa zu sein.

(c)Lienhard Schulz Tempolimit im Naturpark Nuthe-Nieplitz

Meine ersten Verfügungen als Kaiserin von Europa wären: tagsüber Tempo 100 auf allen Autobahnen, so wie in den Niederlanden, und Tempo 130 von 19 bis 6 Uhr. Luxussteuer auf Hochprozentiges, SUVs, Yachten usw. Außerdem mehr Bürger*innenversammlungen, Grundeinkommen, Subventionen nur noch für ökologisch-nachhaltige Landwirtschaft etc. Ich bin sicher, uns fallen noch eine Menge anderer Maßnahmen ein, die nicht zwingend im Koalitionsvertrag stehen.

Demo in Berlin am 19.11.2021 (Quelle: FFF)

Fridays for Future z. B. fordert von der neuen Bundesregierung in den ersten 100 Tagen:

  1. Die Verabschiedung eines 1,5°C-konformen CO2-Budgets, verbindlich als Grundlage eines Reduktionspfades, unabhängig kontrolliert mittels eines Mechanismus zur Prüfung aller Gesetze und Infrastrukturprojekte auf Kompatibilität mit dem CO2-Budget
    Mehr zu den Forderungen

Leider beschäftigt uns gleichzeitig noch immer die weiter eskalierende Corona-Lage 😡😡😡
Wer sich um Ungeimpfte im eigenen Umfeld Sorgen macht, denen empfehle ich: Sascha Lobo, Warum soll ich mich impfen lassen? – seit dem 17.11.21 online auf spiegel.de, ausdrücklich zum Weiterleiten.

Verhärtete Fronten gibt es bekanntermaßen auch beim Thema Gendern. Tscha. Bereits in der Gründungsakte der Goethe-Universität Frankfurt von 1914 ist übrigens von „Studierenden“ die Rede, worauf neulich Frau Prof. Dr. Helma Lutz bei einer Podiumsdiskussion aufmerksam machte.
Gern genommen wird als Argument für das generische Maskulinum, man dürfe das Gerundivum „studierend“ nicht benutzen, denn man könne ja unmöglich gleichzeitig studieren und Pizza essen.
Ob es 1914 in Frankfurt schon Pizza-Lokale gab?

Die Podiumsdiskussion GENDER(n) – Wahn oder Sinn? [verlinkt zu youtube] fand am 19.10.2021 in der Reihe „Die Stunde der Wahrheit“ auf Einladung der hessischen Wissenschaftsministerin statt.
Auch Prof. Harald Lesch hat sich in seiner ZDF-Sendung Leschs Kosmos im Oktober dem Thema Gleichberechtigung gewidmet und bezieht sich dabei auf einige Studien: Gendern – Wahn oder Wissenschaft?

Quelle: ZDF_Mediathek

Inzwischen sei wissenschaftlich belegt, dass eine männlich geprägte Sprache zu einem männlich geprägten Blick auf die Gesellschaft beiträgt. Gendern könne dagegen wirken. Harald Lesch sagt: „Der veränderte Sprachgebrauch führt zu einer erweiterten Gedankenlandschaft.“ Klingt doch gut.
Nachzusehen ist das Video in der ZDF-Mediathek bis zum 6.10.2026. Bis dahin ist es hoffentlich selbstverständlich, Frauen sprachlich nicht nur mitzumeinen, sondern auch mitzunennen.

Frauen im Literaturbetrieb sichtbarer zu machen, gehört zu den Anliegen der Literaturwissenschaftlerin Dr. Nicole Seifert. Ihr Buch FRAUEN LITERATUR: Abgewertet, vergessen, wiederentdeckt und ihren Blog NachtundTag habe ich grad für mich entdeckt.
Nicole Seifert, FRAUEN LITERATUR: Abgewertet, vergessen, wiederentdeckt
Kiepenheuer & Witsch, 224 Seiten, erschienen am 9.9.2021

Meine jüngste Buch-Entdeckung, im Podcast Das Lesen der Anderen empfohlen von der Berliner Schriftstellerin Kirsten Fuchs:

Avant-Verlag 2019

In I’m every woman erzählt Liv Strömquist den Mythos vom männlichen Genie neu, aus weiblicher Perspektive, z. B. aus der Sicht von Jackson Pollocks Frauen, den Künstlerinnen Lee Krasner und Ruth Kligman.
Liv Strömquist, geboren 1978 im schwedischen Lund, gilt als eine der einflussreichsten feministischen Comiczeichnerinnen. Die junge Buchhändlerin, bei der ich den Comic telefonisch bestellt habe, wusste gleich, wen ich meine …

Wenn eine Frau sagt »Jeder«, meint sie: jedermann.
Wenn ein Mann sagt »Jeder«, meint er: jeder Mann.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830–1916)


Aufbrüche

»Weitermachen ist sinnlos, aber aufhören ist noch sinnloser. Also machen wir weiter!«

Sr. Ruth Pfau (1929–2017)

Gemeinsam mit lokalen Initiativen wie Alle Dörfer Bleiben ruft Fridays For Future zu einer Demonstration am 31.10.2021 um 12 Uhr in Lützerath auf.

Quelle: openstreetmap

Die Demonstration richtet sich gegen die geplante Ausweitung des Braunkohle-Tagebaus Garzweiler, wodurch sechs Dörfer umgesiedelt werden müssten.
„Im Rheinland entscheidet sich gerade, ob Deutschland seine Versprechen zu 1,5-Grad einhalten kann … Wir fordern von der nächsten Bundesregierung den Erhalt von Lützerath und allen Dörfern am Tagebau sowie einen Kohleausstieg bis spätestens 2030“, sagt Christina Schliesky, Sprecherin von Fridays for Future.

Panorama-Aufnahme (Ausschnitt) des Tagebaus Garzweiler 2005
© Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0

Passend dazu aus der Reihe Für mich neue Wörter: Solastalgie
Solastalgie bezeichnet ein belastendes Gefühl des Verlustes, das entsteht, wenn jemand die Veränderung oder Zerstörung der eigenen Heimat bzw. des eigenen Lebensraums direkt miterlebt. Solastalgie ist eine Kombination aus dem lateinischen Begriff sōlācium (Trost) und der griechischen Wurzel -algia (Schmerz, Leiden, Krankheit). Quelle: Wikipedia

Tsitsi Dangarembga, Friedenspreisträgerin 2021

Am vergangenen Sonntag wurde der aus Simbabwe stammenden Schriftstellerin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga in der Frankfurter Paulskirche der Friedenpreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Auf der Friedenspreis-Website lassen sich alle Reden nachhören und -lesen. Besonders bewegend fand ich die Rede der Preisträgerin.

Die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Karin Schmidt-Friderichs hatte in ihrer Rede so begeistert von Tsitsi Dangarembgas Tambudzai-Trilogie, insbesondere den Romanen Aufbrechen und Überleben erzählt, dass ich dachte, vor allem Aufbrechen muss ich unbedingt lesen.

Aus dem Englischen von Ilija Trojanow
Orlanda Verlag, 280 Seiten, erschienen am 15.12.2019
Aus dem Englischen von Anette Grube
Orlanda Verlag, 376 Seiten, erschienen am 30.8.2021
Hanser Verlag, 128 Seiten, erschienen am 17.8.2020

Außerdem auf meiner Leseliste: Frausein von Mely Kiyak, die in diesem Jahr als erste Autorin mit dem BücherFrauen-Literaturpreis ausgezeichnet wird.

Mely Kiyak ©Jacqueline Illemann

Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung ist mit der Statuette Christine verbunden, benannt nach der Schriftstellerin und Philosophin Christine de Pizan (um 1365 bis um 1430).
Barbara Fischer stellt Christine de Pizan [Link zum BücherFrauen-Blog] in ihrem sehr lesenswerten Beitrag vor.

Von Torsten Körners Dokumentarfilm DIE UNBEUGSAMEN hatte ich ja schon im September geschwärmt. Ich habe ihn grad zum zweiten Mal gesehen, wiederum mit einer Mischung aus Entsetzen und Vergnügen, nachdem ich In der Männer-Republik. Wie Frauen die Politik eroberten gelesen habe – großartig wie der Film und mit noch mehr Einblicken in diese Welt der Bonner Republik, die immer weiter nachwirkt.

KiWi-Taschenbuch, 368 Seiten, erschienen am 19.8.2021


Wann Alina Bronsky wohl eine Fortsetzung von Barbara stirbt nicht schreibt? Denn das Einzige, was mir an ihrem jüngsten Roman nicht gefallen hat, ist das etwas abrupte Ende der tragikomischen Erzählung von Walter Schmidt und seinen Strategien für seine neue Lebensphase …

Kiepenheuer & Witsch, 256 Seiten, erschienen am 9.9.2021

Zum Abschluss ein Foto vom August 2021 aus einer neuen kleinen Serie, die in lockerer Folge Umgedeutete Verkehrsschilder vorstellt:

Foto: marengide, gesehen in Blankenese an Broers Treppe


Kurze Sommer

15 Stunden 15 Minuten Hörvergnügen

Karen Duve hat ihren jüngsten Roman Fräulein Nettes kurzer Sommer selbst eingelesen und ich habe beim Hören der CDs an ihren Lippen gehangen. Als Münsteranerin kannte ich Annette von Droste-Hülshoff natürlich, unsere berühmte Dichterin. Mit vollem Namen Anna Elisabeth Franzisca Adolphina Wilhelmina Ludovica Freiin von Droste zu Hülshoff (1797–1848). Die Judenbuche war Schullektüre und die Burg Hülshoff ein beliebtes Ausflugsziel. Im Roman begegnen wir der jungen Annette, der Rebellin der Familie, bekannt mit den Brüdern Grimm und vielen anderen namhaften Zeitgenossen, inmitten politischer Umbrüche. Karen Duve ist ein ganz besonderes Gesellschaftsporträt gelungen, in dem immer wieder Bezüge zu unserer vergleichsweise rastlosen Zeit aufblitzen.

Der Roman ist 2018 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen, inzwischen auch als Taschenbuch erhältlich. Also, für alle, die lieber selber lesen.

Auf der kürzlich erschienenen Doppel-CD Wir rufen Dich, Galaktika der großartigen Dota Kehr findet sich auch ein Sommer-Song: Sommer für Sommer [Link zu youtube]. Ein Auszug:

Also lieg ich im Gras
So als würde die Welt nichts von mir woll’n
Und der Tag geht vorbei, egal was man tut oder lässt …
Sommer für Sommer wünsch ich mich wieder dorthin zurück
Die Sonne wärmt mich mit zärtlicher Gleichgültigkeit

Dota Kehr

Dota ist mit ihrer Band auf Tour und es gibt für viele Konzerte noch Karten, z. B. für das im Jovel am 1.12.21.

Urlaubserinnerungen Amrum 2021

Mit einer symbolischen Menschenkette von Hamburg bis zum Mittelmeer möchte „Rettungskette für Menschenrechte“ ein Zeichen für mehr Menschlichkeit und gegen das Sterben im Mittelmeer setzen. Acht Tage vor der Bundestagswahl.

Die Aktion findet am 18. September 2021 um 12 Uhr in Deutschland, Österreich und Italien statt.
Der Kampagnenflyer Hamburg zum Herunterladen.

Damit diese Bundestagswahl doch noch eine Klimawahl wird, gehen am 24. September 2021 wieder Zehntausende beim Globalen Klimastreik auf die Straße. In über 350 deutschen Städten [Link zur Karte]. Du auch?

Und apropos Bundestag muss ich noch einen Filmtipp loswerden:

– seit Ende August und hoffentlich noch lange in den Kinos, ist dieser Dokumentarfilm von Torsten Körner absolut sehenswert. Unfassbar, was männliche Kollegen sich diesen couragierten Politikerinnen gegenüber damals alles herausgenommen haben.

Das grüne »Feminat« 1984


Sommerschatten

»Wir müssen den Mut zu einer echten Transformation haben. Wir leben weltweit auf Kosten jüngerer und künftiger Generationen. Das ist einfach die bedrückende Wahrheit.« So Kanzlerin Merkel anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Nachhaltigkeitsrates am 8. Juni 2021 in Berlin.

Transformation … Change … Wandel …

A Better Place | Playing For Change | Song Around The World

Diese Musikerinnen hatten schon vor vielen Jahren einen Plan und den entsprechenden Spirit, wenn sie singen: »Freedom and Justice is the Melody that let us shine on«
Playing For Change gibt es bereits seit 2002 …

Nichts weniger als Klima-Gerechtigkeit – Climate Justice – wollen Fridays for Future, aber noch fehlt es an den notwendigen Schritten. Am Freitag, 18.6.2021 finden wieder Demos vor Ort statt.

Eine Lösung wäre die Verkehrswende. Schon in den 1980ern hatte ich diese Zeichnung als Aufkleber am Rad:

wiedergefunden auf Fahrradkultur in Augsburg

Endlich habe ich ein Kinderbuch gelesen, das ich jahrzehntelang ignoriert habe, shame on me:
Roald Dahl, Matilda


illustriert von Quentin Blake https://www.quentinblake.com
übersetzt von Sybil Gräfin Schönfeldt

Illustration: Sir Quentin Blake

Sommerschatten

Wie angenehm
lebt es sich
für einen Augenblick
mit dem Sommerschatten,
diesem Abdruck
der Seele,
warm
auf dem atmenden Stein

Peter Härtling

752 Seiten, Kiepenheuer & Witsch 2001
Sommerschatten in unserm Garten


Zuversichtlich

»An all die Bücher zu denken, die mir noch zu lesen bleiben, macht mich glücklich.«
Jules Renard (1864–1910)

Es gibt sehr schöne Spruchkarten, denen ich dennoch widersprechen möchte. Mich machen sie eher unglücklich, all die ungelesenen Schätze in unserm Bücherregal. Vielleicht hat jemand einen Rat? Gern an mg(at)textbeet.de. Danke schon mal.

Diese Bücher lese ich in meiner Not grad parallel und finde sie alle auf ihre Art lohnend:

Nicola Kabel, Kleine Freiheiten
271 Seiten, C.H.Beck 2021

Rebecca Solnit, Unziemliches Verhalten. Wie ich Feministin wurde
Übersetzt von Kathrin Razum
270 Seiten, Hoffmann und Campe 2020

Emilia Roig, Why We Matter. Das Ende der Unterdrückung
397 Seiten, Aufbau 2021
„Dieses Buch wird verändern, wie Sie die Welt wahrnehmen und Sie verstehen lassen, was Gerechtigkeit wirklich bedeutet.“ Teresa Bücker

Climate Justice – eine der wichtigsten Forderungen von Fridays for Future. Die FFF-Aktivist*innen an der Uni Hamburg haben eine beeindruckende Ringvorlesung organisiert: „Our House is on fire“ (verlinkt zu youtube).

Screenshot vom Ende der Veranstaltung am 6.4.2021 mit 1500 Live-Teilnehmenden

In der ersten von vierzehn Vorlesungen erklärt Prof. Dr. Dirk Notz die Grundlagen der Klimakrise. Dirk Notz (*1973) ist seit 2019 Professor für Kryosphäre mit dem Schwerpunkt Meereis an der Uni Hamburg und einer der Leitautoren des 2021 erscheinenden Sachstandsbericht des Weltklimarats (IPCC).

Zuversicht strahlt der taz-Chor aus, der anlässlich des ersten digitalen taz-labs, dem Jahreskongress der taz am 24.4.2021, eine Ohrwurm-Version von A Change Is Gonna Come (verlinkt zu youtube) aufgenommen hat. Richtig los geht’s bei min 02:44

Und wer gleich noch einen zweiten Empowerment-Song hören möchte: RESILIENT (verlinkt zu youtube) von Rising Appalachia

Leah und Chloe Smith von Rising Appalachia

I am resilient

I trust the movement

I negate the chaos

Uplift the negativ

I’ll show up at the table, again and again and again

I’ll close my mouth and learn to listen

Im Dezember 2020 haben Rising Appalachia ein tolles 1. Livestream Concert (verlinkt zu youtube) aufgezeichnet.
Hierzulande sind sie noch so unbekannt, dass man sie in der deutschsprachigen Wikipedia vergeblich sucht. Noch 🙂


Revolution

»Immer nur diese Erzählung von Verzicht, von Verboten, von Veränderungen, die wehtun. Nee! Wieso reden wir nicht über all die Dinge, die wieder wachsen können, wenn wir aufhören, unseren Planeten zu zerstören?« [in DIE ZEIT]
Maja Göpel, seit dieser Woche Wissenschaftliche Direktorin des NEW INSTITUTE Hamburg – Herzlichen Glückwunsch!

Fridays for Future hatte eine Machbarkeitsstudie beauftragt beim renommierten Wuppertal-Institut. Das Einhalten der 1,5-°C-Grenzmarke sei nur dann möglich, wenn Deutschland bis etwa 2035 CO2-neutral wird […] Das Erreichen von CO2-Neutralität wäre »bis zum Jahr 2035 aus technischer und ökonomischer Sicht zwar extrem anspruchsvoll […], grundsätzlich aber möglich«, so die Studie vom Oktober 2020.

Schon 1968 sangen die Beatles von der Revolution.
»We all want to change the world.« Oder etwa nicht?
Beatles, Revolution bei youtube [mit Text]

     

In der letzten Woche habe ich Eva von Redecker (*1982) für mich entdeckt. Ihr Buch Revolution für das Leben ist im September erschienen, wurde schon viel beachtet und steht auf meinem Wunschzettel. Eva von Redecker ist Philosophin, Autorin und freie Publizistin, die zu Kritischer Theorie und feministischer Philosophie forscht.
Das Jung&Naiv-Gespräch Folge 479 Philosophin Eva von Redecker über Revolution kann ich nur empfehlen. Sie erklärt klug und lebhaft, was Kritische Theorie bedeutet, wie Hannah Arendt und Judith Butler ihr Denken beeinflusst haben und was eine „Revolution für das Leben“ bedeuten kann.

Eva von Redecker, Revolution für das Leben. Philosophie der neuen Protestformen
320 Seiten
S. Fischer Verlag, erschienen am 23.9.2020

Auch in Rutger Bregmann (*1988) steckt ein Revolutionär, würde ich sagen. Ihn habe ich eher zufällig vor einiger Zeit in einem TED-Vortrag zum Thema Sinnvolle Arbeit [bei youtube] erlebt. Eine seiner Thesen: »Poverty isn’t a lack of character; it’s a lack of cash.«

Quelle: youtube, TED-Vortrag min 12:31

Zur Zeit höre ich sein Buch Im Grunde gut. Eine neue Geschichte der Menschheit, das im März 2020 bei Rowohlt erschienen und natürlich auch auf englisch und holländisch erhältlich ist.

       

Corona nicht zu vergessen:
Prof. Dr. Christian Drosten klärte letzte Woche in Meppen in einem sehenswerten Vortrag über die Corona-Pandemie und den Stand der Dinge auf: Corona-Pandemie – eine Herausforderung für Wissenschaft und Politik [bei youtube, ab min 6:53]

»Was wir heute tun, entscheidet darüber,
wie die Welt morgen aussieht.«
Marie von Ebner-Eschenbach (1830–1916)


Harmoniebedürftig?

„The disease to please“, nennt es Oprah Winfrey, die US-amerikanische Talkshow-Moderatorin. Manche Wendungen klingen im Englischen einfach cooler. Das Leiden, allen gefallen zu wollen?

Streitbare Frauen werden gern mal als hysterisch, nervig und jedenfalls streitsüchtig bezeichnet. Zänkisch und „Drachen“ kenne ich von früher und sehe eine Frau mit Besen vor mir, warum auch immer. Jedenfalls kehrt sie nicht alles Unangenehme unter den Teppich, sondern trägt ihre Konflikte offen aus, wenn auch undiplomatisch.

Jenseits von richtig und falsch
liegt ein Ort.
Dort treffen wir uns.
Rūmī (1207–1273)

Was für eine wunderbare Einladung in diesen konfliktreichen Zeiten, wo so viele die „Wahrheit“ für sich gepachtet haben.


Letzte Woche fand in Berlin – von den Medien weitgehend ignoriert – der Rebellion-Wave von XR statt. XR = Extinction Rebellion ≈ Aufstand gegen das Aussterben. Gleich Montag gab es einen „Trauerzug der toten Bäume“, vorbei an den Ministerien für Landwirtschaft, Verkehr und Wirtschaft. Friedlich, kreativ, widerständig.

„Stirbt der Wald, stirbt der Mensch! Die zusätzliche Belastung durch Extremwetter der Klimakrise sieht man bereits im ganzen Land. Wir fordern: Wald statt Asphalt!“ XR Deutschland

Übrigens können wir XR auch mit dieser Payback-Karte unterstützen:

Schon seit einem Jahr gibt es Baumbesetzungen und andere Proteste des gewaltfreien Widerstands in Nordhessen, um den Dannenröder Forst, auch Danni genannt, vor dem Weiterbau der A 49 von Gießen nach Kassel zu retten. www.danni-bleibt.de
Für den Ausbau der A 49 sollen bei Stadtallendorf etwa 85 Hektar Wald weichen – eine Schneise, die insgesamt fast 120 Fußballfeldern entspricht. Der Beschluss für diesen Autobahnabschnitt stammt übrigens aus den 1970er Jahren.

Zum Eilappell von Campact –> Dannenröder Wald: Stoppt die Rodung!

Jenseits von richtig und falsch
liegt ein Ort.
Dort treffen wir uns.
Rūmī (1207–1273)

Total gefreut habe ich mich am 1. Oktober mit Hannah Kiesbye, deren Idee für einen „Schwer in Ordnung“-Ausweis  in den letzten Jahren hohe Wellen geschlagen und u. a. dazu geführt hat, dass die Sozialministerien von wenigstens zehn Bundesländern eine „Schwer in Ordnung“-Hülle anbieten. Angefangen hat alles 2017 mit dieser Geschichte [als PDF bei kidshamburg.de]

Unter dem Motto „Vereint und füreinander da“ hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 1. Oktober 2020 Hannah und 14 weiteren Bürger*innen einen Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Noch bis zum 1.1.2021 in der NDR-Mediathek nachzusehen ist dieser sehr schöne Beitrag „Halstenbekerin Hannah Kiesbye Bundesverdienstkreuz“ [2 min]

Eine ebenfalls couragierte und kreative junge Frau ist die Heldin in Karin Kalisas Roman Radio Activity, den ich grade begeistert als Hörbuch „verschlungen“ habe, da die Autorin das Thema Sexueller Missbrauch und die frühzeitige Verjährung der Tat ganz ungewöhnlich bearbeitet hat.
   

Über die Onleihe unserer Stadtbücherei lese ich grad – übrigens eine Empfehlung der Transformationsforscherin Maja Göpel:
Kübra Gümüşay, Sprache und Sein
Hanser Berlin, erschienen am 27.01.2020
208 Seiten
Die wunderbare Einladung von Rumi stellt Kübra Gümüşay ihrem Buch voran.
Ich bin erst auf Seite 55, finde aber Sprache und Sein schon jetzt eine große Bereicherung.

„Nicht jeder kann in der Sprache, die er spricht, sein. Nicht etwa, weil er die Sprache nicht ausreichend beherrscht, sondern weil die Sprache nicht ausreicht.“
Kübra Gümüşay

Jenseits von richtig und falsch
liegt ein Ort.
Dort treffen wir uns.
Rūmī (1207–1273)

Auf meiner Wunsch-Leseliste steht noch:
Caroline Criado-Perez, Unsichtbare Frauen
Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert
Aus dem Englischen von Stephanie Singh
btb, erschienen am 10.02.2020
496 Seiten

Caroline Criado-Perez habe ich über diesen empfehlenswerten Beitrag in ttt – titel, thesen, temperamente kennengelernt:
„Unsichtbare Frauen“: Der Mann als Maß aller Dinge | [Video verfügbar bis 16.02.2021]

Quelle: NDR

Am Parliament Square in London hat Criado-Perez eine erste Frau sichtbar gemacht, zwischen all den Statuen berühmter Männer: die britische Frauenrechtlerin Millicent Garrett Fawcett (1847–1929).

 

 


Alles mit allem

• unser Wohlstand mit der Armut in anderen Ländern
• unser Braunkohle-Tageabbau mit den 38 Grad in Sibirien
• Armut mit Bildung
aber auch
• ein Lächeln an der Bushaltestelle mit besserer Laune am Mittag

Alles hängt mit allem zusammen, wusste der Naturforscher Alexander von Humboldt schon vor über 200 Jahren.

Bei uns im Sommer-Garten 1

Bei uns im Sommer-Garten 2

Wir könnten Menschen sein.
Einst waren wir schon Kinder.
Wir sahen Schmetterlinge.
Wir standen unterm silbernen Wasserfall.
Wir sahen alles.
Wir hielten die Muschel ans Ohr.
Wir hörten das Meer.
Wir hatten Zeit.
Max Frisch (1911–1991)

Aus: Max Frisch, Gesammelte Werke, Suhrkamp-Verlag

Womit wir schon wieder bei Fridays for Future wären.
»Fridays for Future: Das sind alle, die für unser Klima auf die Straße gehen.«
Am Freitag, dem 25. September 2020 findet der nächste Globale Klimastreik statt.
Es ist noch Zeit genug, sich für diesen Tag Urlaub zu nehmen. Gestreikt wird auf der ganzen Welt: in Accra (Ghana), Berlin, Caracas (Venezuela), Dhaka (Indien), Freetown (Sierra Leone), Guatemala-Stadt und so weiter.
Quellen: Karte von FFF International
Liste der Hauptstädte der Erde (Wikipedia)

 

Unter dem Hashtag #FACETHECLIMATEEMERGENCY 
haben sich am 16. Juli 2020 tausende Aktivist*innen, unter ihnen Greta Thunberg und Malala Yousafzai in einem offenen Brief an die EU und Staatsoberhäupter weltweit gewandt.

»Wir fordern, dass die Klimakrise wie eine tatsächliche Krise behandelt wird … Die zum Schutz der Menschheit erforderlichen Änderungen mögen sehr unrealistisch erscheinen. Es ist jedoch viel unrealistischer zu glauben, dass unsere Gesellschaft die globale Erwärmung, auf die wir zusteuern, sowie andere katastrophale ökologische Folgen des heutigen Systems überleben kann.«
Der Brief kann von jedem und jeder unterschrieben werden, auf https://climateemergencyeu.org, wir sind da in guter Gesellschaft.

Dr. Friederike Otto (* 1982) ist Klimaforscherin, Physikerin, promovierte Philosophin und leitet seit 2018 das Environmental Change Institute an der Universität Oxford. Ihr Buch Wütendes Wetter (vom April 2019) ist Anfang dieser Woche als Taschenbuch erschienen.

Friederike Otto, Benjamin von Brackel
Wütendes Wetter. Auf der Suche nach den Schuldigen für Hitzewellen, Hochwasser und Stürme

Friederike Otto gehört auch zu den Erstunterzeichner*innen der inzwischen mehr als 27.000 Scientists for Future, auf deren Expertise die Jugendlichen von FFF immer wieder verweisen. Auf der Q Berlin 2019 (Berlin’s Social Conference) hielt Otto einen kurzen eindringlichen Vortrag zu den Klimaveränderungen (auf Englisch). Link zum youtube-Video [14 min]

  

Bei ihrem Gespräch mit Tilo Jung – Jung & Naiv: Folge 437  – sagte sie im Herbst 2019: »Das Wetter verändert sich schneller, als wir uns daran anpassen können.« Wir sollten uns also von diesem hierzulande relativ normalen Sommer nicht in Sicherheit wiegen lassen.

Wer findet unsere sechs Frösche?

Familienaufstellung

Und wenn gelegentlich irgendwie alles zu viel wird, zu viele Zusammenhänge, zu viele Dilemmata, zu viele Frösche, dann lege ich Euch diese besondere Version von Simon & Garfunkels Bridge over Troubled Water ans Herz [Gershwin Award, 23.5.2007, youtube 5:17 min], bei der Paul Simon die zweite Strophe singt.
STILL_Garfunkel_SImon_Bridge

Mein Ohrwurm der Woche, nachdem ich die spannende Doku Simon & Garfunkel – Traumwandler des Pop auf Arte gesehen habe. In der Arte-Mediathek noch bis zum 21.10.2020 verfügbar. Denn:

When tears are in your eyes
I will dry them all
I’m on your side
Oh when times get rough

Like a bridge over troubled water
I will lay me down

Da ich weiß, dass sich einige Menschen hier im Textbeet nach Urlaubslektüren umschauen, hier noch drei meiner Lieblingsbücher, die ich noch nicht mehrfach empfohlen habe. Weitere Informationen auf den Verlagsseiten nach Klick auf die Titel.

        

Last but not least – das 2020er Sommer-Rätsel!!
Was ist das wohl für ein grüner Käfer, der vor einigen Wochen bei uns auftauchte?


Lösungsvorschläge bitte bis zum 21.9.2020 an mg@textbeet.de
Unter den Einsendungen verlosen wir:


Chimamanda Ngozi Adichie
Mehr Feminismus! Ein Manifest und vier Stories
Aus dem Englischen übersetzt von Anette Grube

Viel Glück!


Von Höcksken auf Stöcksken

(c) Meiko Herrmann für ZEIT ONLINE

Carolin Emcke gesucht – Alles gesagt gefunden.

Inzwischen habe ich mit Christoph Amend und Jochen Wegener und ihren überwiegend sehr interessanten Gästen viel Zeit verbracht, beim Johannisbeerenpflücken, -strippen, -einkochen zum Beispiel, mit Kopfhörer.
Nach dem Alles-gesagt-Gespräch vom 3.6.2020 mit Alice Hasters (*1989 in Köln) habe ich mir ihr Buch gekauft (erschienen im September 2019 bei Hanserblau, nicht mehr auf der Spiegel-Bestsellerliste …).

(c) H. Henkensiefken

 

Alice Hasters
Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten
208 Seiten. hanserblau 2019

Quasi den Roman zum Sachbuch hat Olivia Wenzel (*1985 in Weimar) geschrieben: 1000 Serpentinen Angst, erschienen im Frühjahr bei S. Fischer, das ich parallel lese und ebenfalls empfehlen möchte.

(c) Juliane Werner

Olivia Wenzel
1000 Serpentinen Angst
352 Seiten. S. Fischer 2020

In diesem Zusammenhang fällt mir noch die Eröffnungsrede von Sharon Dodua Otoo (*1972 in London) zum diesjährigen Bachmannpreis-Bewerb ein, die ich großartig fand, nachzusehen beim ORF: Sharon Dodua Otoo, Dürfen Schwarze Blumen Malen?
   

Diese »Klagenfurter Rede zur Literatur 2020« ist als Buch mit Illustrationen von der Autorin im Johannes Heyn erschienen.
Sharon Dodua Otoo
Dürfen Schwarze Blumen Malen?
Ebenfalls auf den schön übersichtlichen Bachmannpreis-Seiten des ORF lässt sich im Archiv noch Sharon Dodua Otoos Lesung von 2016 nachsehen. Für Herr Gröttrup setzt sich hin hatte sie vor vier Jahren den Bachmannpreis erhalten. Link zum Video.

Auch dieser ausgezeichnete Text Herr Gröttrup setzt sich hin ist (zweifach übersetzt) in Buchform erschienen, und zwar bei STILL

Über die Mail einer Freundin bin ich auf den Film HUMAN aufmerksam geworden, der in ganzer Länge ausdrücklich frei verfügbar ist, hier bei youtube: HUMAN Extended version VOL.1 (2015)

Yann Arthus-Bertrand (*1946 in Paris) ist Fotograf, Journalist, Reporter und Umweltschützer. Seine spektakulären Luftbildaufnahmen haben ihn international bekannt gemacht. Für HUMAN haben Arthus-Bertrand und sein Team Interviews mit über 2000 Menschen in mehr als 60 Ländern der Erde geführt – sehr bewegend.
   
Sein jüngstes Filmprojekt hat er gemeinsam mit der Dokumentarfilmerin Anastasia Mikova (*1982 in Kiew) realisiert: WOMAN  [offizielle Website]. Link zum deutsch untertitelten Trailer bei youtube

In unsere Kinos kommt WOMAN am 12.11.2020.
Das Buch zum Film ist bereits im Februar bei Knesebeck erschienen:

Fondation Goodplanet, Anastasia Mikova
Woman. Was wir erleben, träumen, hoffen
224 Seiten mit 300 farbigen Abbildungen
Übersetzt von Kristin Lohmann und Jutta Schiborr

Schließen möchte ich dieses sommerliche Textbeet mit dem Hinweis auf einen tragikkomischen Poetry-Slam-Beitrag von Svenja Gräfen (*1990 in Daun): FEMINISMUS . Schon drei Jahre her, sollte man nicht meinen. »Girls just want to have FUN(-damental rights)« – eine Geschichte über Gleichberechtigung, gegen Frauenfeindlichkeit und Sexismus.

Tor am Ellernholt in diesem Sommer


Lauter Kluge

Maja Göpel, Unsere Welt neu denken. Eine Einladung
Ullstein, Februar 2020

Die Transformationsforscherin Dr. Maja Göpel (*1976) berät als Generalsekretärin des WBGU auch unsere Bundesregierung und sie schreibt, wie sie spricht – klug und verständlich. »Unsere Welt neu denken« habe ich fast durchgelesen und werde mich demnächst mit ihren Linkempfehlungen beschäftigen.
Im Gespräch mit Tilo Jung bei Jung & Live vom 16.4.2020 (bei youtube, 90 min) empfiehlt Maja Göpel, Mariana Mazzucato zu lesen.

Mariana Mazzucato, Wie kommt der Wert in die Welt? Von Schöpfern und Abschöpfern
Campus, März 2019
Mariana Mazzucato (*1968) ist Professorin für Innovationsökonomie und Public Value am University College London und berät Politiker*innen in aller Welt zu Fragen eines smarten und nachhaltigen Wachstums.

Auf einem Panel des Schweizer Fernsehens am 23.1.2019 in Davos sitzt außer Mariana Mazzukato auch die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern.
Jacinda Ardern (*1980) hat als Premierministerin (seit 2017) einen Haushalt für »Wellbeing« geschaffen. Zitat: »Als Minister wollen Sie Geld ausgeben. Mir muss man beweisen, dass man das Wohlbefinden aller Menschen bedenkt und das der Gesellschaft und nicht nur das ökonomische.«

Experte für Gemeinwohl-Ökonomie ist Christian Felber, hier zu erleben bei Jung und Naiv vom 13. Februar 2020


Christian Felber, Gemeinwohl-Ökonomie
Piper, März 2018

Christian Felber (*1972) hat Attac Österreich mitbegründet und initiierte 2010 die internationale Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung. In der Gemeinwohlregion Kreis Höxter werden viele der guten Ansätze bereits praktiziert. Hier geht’s zu einem Beitrag des WDR vom 18.12.2019.

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»Jage die Ängste fort
und die Angst vor den Ängsten«

Mit diesen Zeilen endet »Das Rezept« von Mascha Kaléko (1907–1975). Das Hamburger Thalia-Theater hat eine Poesie-Ambulanz eröffnet. Hier liest die Schauspielerin Rosa Thormeyer (*1992) Kalékos Gedicht. So schön.

Dota Kehr (*1979) wiederum hat in den letzten Jahren Gedichte von Mascha Kaléko vertont. Die Aufnahmen sind soeben erschienen und können hier erworben werden.
Dota Kehr & Felix Meyer mit »Zum Trost«, sei nicht nur zum Hören am späten Abend empfohlen.
 

Beim Klimastreik am 29.11.2019 sind DOTA in Berlin aufgetreten mit KEINE ZEIT – »Hier ist ein Lied, das wir für die Fridays for Future Demo geschrieben haben.«
Wenn ich an die FFF-Aktivist*innen denke, fällt mir die Kampagne »Wahlrecht ab Geburt« ein. Schirmherrin ist Bundesfamilienministerin a. D. Renate Schmidt.

Wer ab Geburt nun wirklich übertrieben findet, möge den Appell der Grünen unterzeichnen: »Wahlrecht ab 16 – es ist höchste Zeit!«. Denn:

Ein neuer Anfang ist möglich.
Es ist an uns, die vor uns liegende Zukunft zu gestalten.
Wer sich anstecken lässt vom Leitstern der Sehnsucht,
wer den ersten Schritt in die Zukunft wagt,
dem sei gesagt:
„Fürchte Dich nicht, es blüht hinter Dir her.“
Hilde Domin

      

Schließlich noch ein Mai-Foto, denn nach etwa vier Jahren als Engerling besuchte uns dieser Feldmaikäfer vor einer Woche auf der Terrasse: